Burg Münzenberg bald umgeben von Windkraftmonstern?

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Ronald Berg

Kreisvorsitzender FWG Münzenberg

In einer gemeinsamen Sitzung von Fraktion und Vorstand der FWG Münzenberg gab Vorsitzender Ronald Berg Informationen zu einem geplanten Windpark zwischen Münzenberg und der Gemeinde Rockenberg bekannt. In einer kürzlich sattgefundenen außerordentlichen Sitzung wurden die Fraktionsvorsitzenden, der Stadtverordnetenvorsteher und der Magistrat von einem Investor und dem Rockenberger Bürgermeister Manfred Wetz über deren Vorhaben informiert. So plane man einen Windpark von acht Windkrafträdern zwischen Rockenberg und Münzenberg. Davon stehen vier Windräder auf gemeindeeigenen Grund von Rockenberg und die anderen vier sind vorgesehen auf privaten Äckern in der Gemarkung Münzenberg. Die wirtschaftlichen Interessen liegen hierbei natürlich klar auf Rockenberger Seite, da diese neben einer hohen Pacht, sich auch noch erhebliche Gewerbesteuereinnahmen erhoffen. Das betreffende Gebiet wurde im neusten Regionalflächennutzungsplan als Vorrangfläche ausgewiesen. Durch das „privilegierten Bauen“ haben die kommunalpolitischen Gremien kaum Einflussmöglichkeiten in diesem Projekt einzuwirken.

Selbst wenn diese riesigen Windräder eigentlich als Industrieanlagen anzusehen sind, können wir als Kommunalpolitiker nicht einmal dagegen vorgehen, bemängelte Berg. Nach den bisherigen Windberechnungen war dieses Gebiet bisher auch nie ein Thema, aber der Investor Ist nun davon überzeugt, dass durch die neusten technischen Entwicklungen und der enormen Höhe von 200 m sich eine Rentabilität erzielen lasse. Die Planungen seien schon bereits weit fortgeschritten. Es ist schon ärgerlich, das Rockenberg bewusst die Bevölkerung mit den geheimen Vorplanungen erst einmal völlig außen vor halten wolle, so Berg. Deshalb müsse man damit nun an die Öffentlichkeit. Auch innerhalb der FWG wurde heiß diskutiert. Natürlich wisse man in Zeiten der Energiewende um die Notwendigkeit solcher Anlagen, doch muss das ausgerechnet in einer kulturhistorischen wichtigen Landschaft sein. Die exponierte Lage der Burg präge seit Jahrhunderten nun das Landschaftbild in der Wetterau. Von weitem ist die Burg sichtbar und daher auch eins unser Wetterauer Wahrzeichen. Es ist kaum vorstellbar, dass die Burg in naher Zukunft von zahlreichen Windrädern umzingelt sein wird, empörte man sich in dieser Runde. Auch fraglich sieht man den Einfluss auf die in der Nähe gelegenen Natur-, und Vogelschutzgebiete. Es hatte viele Jahre gedauert, bis man wieder Störche im Wettertal angesiedelt hatte. Auch die Population der teilweise seltenen und in Burgnähe lebenden Fledermausarten könnten durch diese Anlagen nachhaltig gestört werden. Wir müssen nun alles tun, damit diese Fragen beantwortet werden. Auch werde in Kürze die Stadt Münzenberg eine Bürgerinformationsversammlung zu dem Vorhaben einberufen, so Berg. Es ist zu hoffen, dass auch die anderen Fraktionen die Sachlage ebenso kritisch sehen werden wie wir. So könnte man zumindest gemeinsam öffentlichen Druck ausüben, so Berg abschließend.