Stellungnahme der Tourismuskommission Münzenberg

Stellungnahme der Tourismuskommission zu geplanten Windkraftanlage zwischen Münzenberg und Rockenberg

Die Tourismuskommission ist seit Jahren bestrebt, die Sehenswürdigkeiten der Stadt, besonders unsere Stauferburg Münzenberg aus dem Mittelalter, über die Wetterau hinaus bekannt zu machen. Gäste kommen gerne in unsere Stadt. Sie bleiben u.a. für mehrere Stunden, einen Tag o/ u. auch länger. Pro Jahr zählt die Verwaltung der Hessischen Gärten und Schlösser, die die Burg verwaltet, 30.000 Besucher auf unserem Wetterauer Tintenfass, wie es im Volksmund heißt und die Region optisch beherrscht. Diese Besucher nutzen zum Teil auch das Angebot der Gaststätten sowie für Übernachtungen ein Hotel sowie mehrere Pensionen. In den letzten Jahren ist erfreulicherweise die Anzahl der Übernachtungen angestiegen. Viele Wanderwege sind ausgewiesen. Es gibt sogar ein spezielles Angebot für Radwanderer.

Zudem geht auch der eine oder andere Besucher in den vorhandenen Geschäften einkaufen und lässt so manchen Euro in der Stadt. Tourismus bedeutet für unsere Stadt auch Erhöhung der Wirtschaftskraft. Vor allem das Engagement des Freundeskreises Burg und Stadt Münzenberg mit seinen Theateraufführungen auf der Burg und den historischen Stadtführungen trägt dazu bei, dass die Burgruine und unsere historisch geprägten Stadtkerne weit über den Wetteraukreis hinaus bekannt geworden sind und die Menschen sich für Münzenberg interessieren.

20140223-BLuK_Wanderung_PanoUnsere Vorväter haben es verstanden, die Burg in eine Landschaft einzubetten, die einmalig ist und die Menschen seit vielen Jahrhunderten geprägt hat. Die Region ist rund um die Burg seit Jahrhunderten unverändert.Die Sicht auf die Burg, nachts ist sie beleuchtet, ist nicht nur aus der Nähe faszinierend, sondern auch von weitem bietet sie eine beeindruckende Ansicht. Die Sicht von der Burg erlaubt einen wunderschönen Ausblick auf den Taunus im Südenwesten und den Vogelsberg im Osten sowie auf den Hausberg und den Schiffenberg bei Gießen. In der Ferne ist sogar die Skyline von Frankfurt zu sehen. Rund um die Burg gibt es perfekte Naherholungsgebiete, in dem sich Spaziergänger, Radfahrer, Skater, Wanderer, Hunde- und Pferdeliebhaber sowie Familien aufhalten und erholen können.

Unsere ausgewiesenen Naturschutzgebiete „die Salzwiesen“ und „die Metz“ bieten Heimat für seltene Tier- und Pflanzenarten. Auch die Population verschiedener Fledermausarten, die sich in unserer Gemarkung aufhalten ist erwähnenswert, ebenso Vogelarten wie der Rote Milan, der Weißstorch und andere. All diese Naturgegebenheiten vor der Kulisse unserer stolzen Burg ziehen die Menschen aus Nah und Fern an. Diese wunderbare, einmalige Idylle würde durch das Errichten von 8 Windrändern in Burgnähe jegliche Attraktivität unserer kulturhistorisch geprägten Landschaft zerstören.

Nicht nur die jungen Menschen, die momentan in unserem Neubaugebiet ein Haus bauen, müssten unter dem Anblick der Windkrafträder leiden, auch die Erholungssuchenden würden die Freude an dieser Landschaft verlieren. Die Sicht auf die Burg und von der Burg wäre nachhaltig gestört. Die Besucher der Burg würden ausbleiben. Der Mittelaltermarkt, welcher von der Freien Ritterschaft seit diesem Jahr im freien Feld abgehalten wird, würde enorm darunter leiden, ebenso wie die Veranstaltungen auf der Burg und in der Stadt. Keiner würde mehr von der Autobahn abfahren, um eine Burgruine, die einmalig in Deutschland ist, zu bestaunen, weil sie von 200 m hohen Windmonstern umgeben ist.

Der Burg würde ihre Würde und ihr Stolz genommen und den Touristen sowie den Einheimischen die Freude beim Anblick auf die Burg verdorben.

Wir, die Mitglieder der Tourismuskommission sind gegen die Errichtung eines Windkraftparks und appellieren an die entscheidenden Gremien dieses Vorhaben zu verhindern. 

FAZIT: Was der Mensch moralisch nicht vertreten kann, sollte die Politik nicht umsetzen.

 

Rockenberger Gemeinde – Konturen zeichnen sich ab

Am gestrigen Montag fand im Sitzungssaal der Burg in Rockenberg die 23. Sitzung der Gemeindevertretung Rockenberg statt. Im Normalfall keine Besonderheit – als Tagesordnungspunkt stand gestern allerdings das Thema Windkraft auf der Agenda. Grund genug für viele Bürgerinnen und Bürger aus Rockenberg, Oppershofen und Münzenberg, dieser öffentlichen Veranstaltung beizuwohnen.

Das Platzangebot im Sitzungssaal reichte bei Weitem nicht aus, um alle Interessierten aufzunehmen, so dass die Flügeltüren zum Flur hin geöffnet wurden, um das Treppenhaus zusätzlich als Stehplatzbereich zur Verfügung zu stellen. Den für viele Besucher spannenden Teil des Abends zum Thema Windkraft eröffnete CDU Gemeindevertrter Christian Wasserheß mit dem Verlesen des Antrags der CDU zum Umgang mit der Errichtung von Windkraftanlagen im Hammelshäuser Graben, sowie im Oppershofener Hinterfeld mit nur 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung. (den vollständigen Antrag reichen wir gerne nach Freigabe der CDU- Fraktion nach)

Nach der Verlesung nimmt der Fraktionsvorsitzende der Dorfpartei und Gemeindevertreter – Günther Behr – die Gelegenheit wahr, ebenfalls eine Stellungnahme gegen die aktuellen Vorhaben Rund um das eigentliche Vorranggebiet für die Nutzung von Windenergie abzugeben. Hierbei nimmt Behr ebenfalls die aktuellen Mindestabstände kritisch auf und regt die Etablierung eines „runden Tisches“ mit einzelnen Interessensvertretern an. (Vollständigen Antrag reichen wir gerne nach Freigabe der Dorfpartei Fraktion nach)

SPD Gemeindevertreter Tobias Gniza

SPD Gemeindevertreter Tobias Gniza

Anschließend vollzieht sich für viele Anwesenden die Wohl einzige Überraschung des Abends, SPD Gemeindevertreter Tobias Gniza ergreift das Wort und „referiert“ über die seiner Ansicht nach ohnmächtige Stellung gegenüber den Planungen der Windparkprojektierer. Dabei möchte Gniza das Geschäft mit der Windenergie gerne im Namen der Gemeinde gesichert sehen, anstatt es 50 Meter weiter alleine durch Privatleute durchgeführt werden könnte. Solange die Windvorrangflächen nicht festgeschrieben sind, so Gniza, ist zum finanziellen Wohle der Rockenberger Bevölkerung die Errichtung von Windkraftanlagen aus seiner Sicht unbedingt geboten.

Letztendlich wird der Antrag der CDU mit dem Erweiterungsantrag der Dorfpartei in den Haupt- und Finanzauschuss (HuF) verwiesen.


 

Pro

Der Antrag der CDU mit dem Erweiterungsantrag der Dorfpartei ist ein guter Ansatz dieses Thema in kompetenter Runde zu diskutieren und hoffentlich zu einem positiven Abschluss zu bringen. Das BLuK unterstützt dieses Vorhaben und ist gerne Teil des anstehenden Prozesses – mit klarer Position.

Kontra

Die offen vorgetragene einseitige und hilflose Haltung der Rockenberger SPD gegenüber den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Rockenberg sowie gegenüber den Nachbarkommunen können wir vom BLuK nicht akzeptieren.

 

Mailingaktion Oppershofen zum Hinterfeld (Gastbeitrag)

Gerne veröffentlichen wir diese Mailingaktion unserer Mitglieder aus Oppershofen:

 

Hallo zusammen,

da ich den Eindruck habe, dass so gut wie keiner in Oppershofen so richtig informiert darüber ist, was demnächst um uns herum passieren wird, hier einige Infos und weiterführende Links zum Thema Windpark/Windvorranggebiet in Oppershofen, sowie zwei Fotomontagen was das für uns bedeutet.

 

 hinterfeld_2

 

 

 

Karte über: Windvorranggebiet + Windpark Oppershofen + Windpark Rockenberg/Münzenberg

https://mapsengine.google.com/map/edit?mid=z7uRyzJKdwws.kRjY7Cwz8TRo

 

Windvorranggeiet:

Das Windvorranggebiet (rotmarkierter Bereich) ist als Gebiet vorgeschlagen in dem künftig (nach Absegnung des Entwurfs) Windkraftanlagen errichtet werden dürfen. Anders als jetzt, dürfen dann nur noch innerhalb dieses Gebiets Windkraftanlagen errichtet werden.

Rund ums Vorranggebiet:

Rund ums Windvorranggebiet (gelbmarkierter Bereich) versuchen derzeit Projektierungsgesellschaften Landeigentümer zur Verpachtung Ihres Landes zwecks Errichtung von Windkraftanlagen, zu überreden. In diesem Bereich darf also nach dem abschließenden Beschluss des Vorranggebiets nicht mehr gebaut werden. Daher wird im Moment noch alles seitens der Projektierungsgesellschaften versucht um vorher noch die Baugenehmigungen zu erwirken.

Gebiet hinter Rockenberg: 

Hinter dem Rockenberger-Neubaugebiet (gelbmarkierter Bereich)  in der Hauptsache die Gemeinde Rockenberg mit gemeindeeigenem Land vertreten.

Eine Projektierungsgesellschaft versucht aktuell Pachtverträge mit der Gemeinde abzuschließen um dort Windkraftanlagen errichten zu können. Ich glaube, hierüber wird am Ende der Gemeinderat entscheiden müssen. Am Montag, den 24.02.2014 um 20.00 ist das mal wieder Thema in der Gemeindevertretung. Diese Sitzung ist öffentlich.

Gebiet hinter Oppershofen:

Zwischen der Hochspannungstrasse und dem Wald, sowie auf dem Hinterfeld versuchen wohl verschiedene Projektierungsgesellschaften private Grundstückseigentümer für sich zu gewinnen und Pachtverträge unter Dach und Fach zu bringen. Dies ist momentan schon in vollem Gange.

Weitere Info´s unter den folgenden Links:

Bürgerinitiative Münzenberg/Rockenberg:

Offizieller Entwurf des Windvorranggebiets:

Karte über: Windvorranggebiet + Windpark Oppershofen + Windpark Rockenberg/Münzenberg

https://mapsengine.google.com/map/edit?mid=z7uRyzJKdwws.kRjY7Cwz8TRo

RP-Darmstadt: von hier viele weiterführende Infos

 

 

Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main:

http://www.region-frankfurt.de/Planung/Sachlicher-Teilplan-Erneuerbare-Energien

Wandertag nach Hammelshausen

Wanderung zum Aussiedlerhof stieß auf großes Interesse

Um 12:00 Uhr Mittags starteten zwei Gruppen – jeweils aus Rockenberg und Münzenberg – mit einem gemeinsamen Ziel. Die Route der Wanderung sollte Richtung Ottmar Schäfers Aussiedlerhof in der Nähe des Hammelshäuser Grabens entlang einiger geplanter Standorte für Windkraftanlagen erfolgen. Vorher wurde bereits alles für die ankommenden Wanderer vorbereitet, auf die Interessierten warteten bereits kalte und heisse Getränke sowie Würstchen für den kleinen Hunger. Neben dem leiblichen Wohl sollte auch einiges an Informationsaustausch zum Thema Windkraft stattfinden, so wurde anschaulich der 16 Meter Durchmesser eines Windradmastes verdeutlicht. Zu den aktuellen Themen gab es Informationswände mit anschaulichem Material.

Insgesamt fanden an diesem Tag fast 200 interessierte Bürgerinnen und Bürger den Weg über die verschiedenen Routen zum Aussiedlerhof. Die Rockenberger Gruppe wurde durch Ottmar Schäfer entlang des Hammelshäuser Grabens zielsicher zum eigenen Hof geführt. Entlang des Weges erzählte Schäfer an ausgesuchten Positionen etwas über die Hintergründe der drohenden Planung. Ein großes Wachstum stellte die Anzahl der Teilnehmer aus dem Ortsteil Oppershofen dar, im Gebiet „Hinterfeld“ gleich hinter dem Neubaugebiet „Teufelsküche“ werden aktuell durch weitere Projektierer mögliche Standorte für Windkraft generiert. Wir freuen uns über die tatkräftige Unterstützung aus Oppershofen – herzlich Willkommen im BLuK!

Jörg Müller führte zeitgleich die Münzenberger Delegation zum Aussiedlerhof, so dass sich bald alle gemeinsam zu einem kleinen Snack versammeln konnten.

Nach einer kleinen Stärkung wurden durch den Vorstand einige Informationen zu aktuellen Themen mitgeteilt und den Anwesenden die kommenden Termine nahegelegt.

Wir möchten uns bei allen Teilnehmern der heutigen Veranstaltung ganz herzlich bedanken.

Bitte beachten Sie die folgenden Termine:

  • Montag – 24.02.2014 20:00 Uhr Sitzung der Gemeindevertretung Rockenberg  – mit TOP „Windkraft“
  • Montag- 17.03.2014 20:00 Uhr Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Rockenberg – u.a. Projektierer Rotorwerke stellt sich vor

 

Keine Entspannung angesagt

Keine Entspannung

Obwohl sich die Projektentwickler Alphasol aus Münzenberg zurückziehen wollen, sieht der Vorsitzende des neu gegründeten Vereins keine Entspannung in den Absichten, Windkraftanlagen zwischen den beiden Kommunen zu errichten.

Im Gegenteil – so Ralf Koch – werden sich die Interessen jetzt zunehmend auf Rockenberg konzentrieren. Das zeigen auch die offensichtlichen Versuche verschiedener Interessenten, Vorverträge mit Grundstückseigentümern in Oppershofen abzuschließen.“ Warum sich Alphasol nicht auf ihre Kern- kompetenz konzentriert, ist für die Vertreter der Bürgerinitiative unverständlich, denn Solaranlagen und Photovoltaikfelder hätten mit Sicherheit weniger Widerstand der Bevölkerung zu erwarten.

„Auch nimmt der Druck auf die Entscheider in den Rockenberger Gremien zu, zu einer vernünftigen Lösung zu kommen, die mit den Interessen der Bürgerinnen und Bürger in Einklang zu bringen ist, und nicht gegen diese gefällt wird,“ betont Koch in Rockenberg. „Diese können nur in einem natur-, raum- und landschaftsverträglichen Ausbau im Einklang mit der Bevölkerung liegen.“

Ralf Koch

Ralf Koch

1. Vorsitzender BLuK e.V.

"In diesem Sinne werden wir uns in die Gespräche und in die Offenlegung der Planungen ab dem 24. Februar einbringen"

 

Interaktive Grafik – Windvorranggebiete und Mögliche aktuelle Planung

Er sieht vor allem 2 Ansätze für die Lokal- und Regionalpolitik. Ein größerer Mindestabstand, etwa das Zehnfache der beabsichtigten Höhe der Anlage (also 2 KM), so wie es der Berliner Koalitionsvertrag ermöglicht und die Bayerische Staatsregierung vormacht. Und die strikte Weigerung, voreilige Genehmigungen zu erteilen, bevor das Windvorranggebiet rechtlich festgeschrieben ist. „In diesem Sinne werden wir uns in die Gespräche und in die Offenlegung der Planungen ab dem 24. Februar einbringen“, sagte Koch abschließend.

ZDF Frontal 21 – Ärgernis Windrad

„Die Grünen im Öko-Dilemma“ 

So lautet der Untertitel des „Frontal 21“ Beitrags des ZDF aus dem Herbst letzten Jahres. Die geschilderte Situation spielt zwar in Rheinland-Pfalz allerdings ist dieses Szenario auch gut nach Hessen und in unsere Wetterau zu übertragen. Gerade der Konflikt zwischen klammen Gemeindekassen und „Bürgern am Rande des Nervenzusammenbruchs“ wird in folgendem Beitrag deutlich vor Augen geführt.

Manuskript des Beitrags zum nachlesen

Link zum Beitrag

BLuK Gründung und Fokus auf Rockenberg

BLuK Gründung und Fokus auf Rockenberg

Mit Hilfe vieler Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde Rockenberg und der Stadt Münzenberg hat sich nun das BLuK Münzenberg/Rockenberg e.V. gegründet. Die Basis für die gemeinsamen Herausforderungen ist damit gelegt und alle sind herzlich eingeladen, im Rahmen unserer Arbeitsstränge Themen mitzugestalten und das BLuK tatkräftig zu unterstützen.

Das Presseecho war angesichts der aktuellen Thematik sehr umfangreich. Die Wetterauer Zeitung berichtete in ihrem Artikel über die Gründung unseres Vereins; der Butzbacher Zeitung war unsere Gründung sogar eine Schlagzeile auf der ersten Seite wert. Im dortigen Artikel wurde jedoch eine Aussage getroffen, die so nicht richtig ist. Da wir die Situation in Rockenberg aktuell mit hohem Fokus beobachten, möchten wir dies nicht unkommentiert stehen lassen.

Im Zuge der Abstimmungsentscheidung des Rockenberger Vertreters, Bürgermeister Manfred Wetz, der dem Planungsentwurf des Regionalverbandes zugestimmt hat, hieß es in diesem Artikel:

„Das Rockenberger Stadtparlament (gemeint ist das Gemeindeparlament) stimmte für das Projekt, das Münzenberger Stadtparlament geschlossen dagegen.“

Dies ist nicht korrekt. Uwe Müller führte im Einleitungsvortrag zur Gründungsversammlung aus, dass der Vertreter der Gemeinde Rockenberg (gemeint ist Bürgermeister Wetz) bei einer so wichtigen Angelegenheit zugestimmt habe, ohne dass er von der Gemeindevertretung im Rahmen einer  Mehrheitsentscheidung dazu beauftragt worden sei. Uwe Müller zeigte sich sehr verwundert darüber, dass somit die Exekutive (Bürgermeister Wetz) ohne entsprechende Beauftragung der Legislative (Gemeindeparlament) im Regionalverband dem Vorhaben zugestimmt habe. Dies sei – so Müller – eine Missachtung des Parlaments.

Auch wir vom BLuK würden uns wünschen, dass das Rockenberger Gemeindeparlament eine klare Haltung gegen die insbesondere von einigen Vertretern der politischen Gremien weiterhin offensiv betriebene Haltung „pro Windkraft“ in Rockenberg  und Oppershofen einnehmen würde. Bis auf die eindeutige Abgrenzung der Rockenberger CDU hat es in Rockenberg hierzu noch keine klare Positionierung der anderen politischen Parteien – insbesondere der SPD und der Dorfpartei – gegeben.

Die Lage in Rockenberg und weitere Überlegungen in Münzenberg zu diesem Thema  werden uns – das BLuK – neben den bereits terminierten Veranstaltungen zur Offenlegung des Planungsverbandes RheinMain beschäftigen. Wir freuen uns darauf! 

Die Wetter – von der Quelle bis zur Mündung

Frank Uwe Pfuhl hält Vortrag in Münzenberg

Zu einem reich bebilderten Vortrag laden der Freundeskreis Burg und Stadt Münzenberg, die Naturschutzgruppe, der BUND und die Stadt ein: Frank Uwe Pfuhl von der NABU Umweltwerkstatt Wetterau wird seinen Multimedia-Vortrag „Die Wetter-von der Quelle bis zur Mündung“ am Sonntag, dem 9. Februar 2014, um 17.00 Uhr im Kulturhaus Alte Synagoge in Münzenberg vorstellen. Es handelt sich auf vielfachen Wunsch um  eine Wiederholung der Veranstaltung vom November 2010, bei der zahlreiche Besucher aufgrund der Überfüllung des Hauses nicht teilnehmen konnten.

Auf rund 65 km schlängelt sich die Wetter von ihrer Quelle im Vogelsberg bis zu ihrer Mündung in die Nidda in Assenheim. Sie springt zunächst weit nach Westen, als wolle sie in die Lahn münden, überlegt es sich aber noch einmal und fließt dann der Nidda und damit dem Main entgegen. Die Wetter ist namensgebender Fluss für den ganzen Naturraum und den heutigen Wetteraukreis.

Im Gegensatz zur Nidda wurde die Wetter nicht massiv reguliert und zeigt auch heute noch in weiten Strecken das Gesicht eine ursprünglichen Flusses mit Gleit- und Prallhängen, Erlen- und Weidenbewuchs, farbenfrohen Eisvögeln und rauschenden Fließstrecken. Die Wetter hat naturkundlich viel zu bieten, durchfließt aber auch einen hochkarätigen Kulturraum. Dichter und Denker beschreiben den Fluss, Naturfreunde lieben ihn. Ein Überraschungsgast hat sich ebenfalls angekündigt. Der Eintritt ist frei. Einlass ist um 16.30 Uhr.

Der sehenswerte und informative Vortrag dauert ca. 90 Minuten (1. Teil: 50 Minuten, Pause: ca. 15 Minuten, 2. Teil: 40 Minuten).

BLuK Gründung vor vollem Haus

Bürgerinitiative gegen Windkraftanlage gegründet – Energiewende nur im Einklang mit Mensch, Tier und Natur

 

MÜNZENBERG/ROCKENBERG. Ein Windrad hinter der Burg Münzenberg, höher als der Aussichtsturm und weitere sieben 200-Meter-Giganten bis nach Rockenberg? Um das zu verhindern, hat sich am Dienstagabend eine Bürgerinitiative gegründet. Im Burghotel Münzenberg rief eine Interessensgemeinschaft von Bürgern den gemeinnützigen Verein „BLuK-Bündnis zum Schutz des Lebensraums und der Kulturlandschaft Münzenberg/Rockenberg“ ins Leben mit dem Ziel, die Energiewende im Einklang mit Mensch, Tier und Natur umzusetzen.

Autorin

Angela Kammer

Eine imposante Zahl von rund 130 Menschen kommt zur Gründungsversammlung der Bürgerinitiative. An der Wand Transparente mit der Aufschrift  „Windkraft ja, aber so nicht“. Panorama-Simulationen zeigen acht Windräder neben der Landesstraße L3135 und die Burg, die von einem Windrad überragt wird. Von „einer unglaublichen Resonanz“ berichtete Jörg Müller, einer der Initiatoren, von dem Wunsch, „eine nicht zu unterschätzende Größe“ in der Region zu werden und der „mit der Energiewende aufgekommenen Goldgräberstimmung“ etwas entgegenzusetzen.

Uwe Müller, Vorsitzender des Vereins „Freundeskreis Burg und Stadt Münzenberg“, kritisiert einen nicht akzeptablen Widerspruch zum Denkmal- und Naturschutz in der Planung. Die sei „unausgegoren“, denn nur die Standorte von zwei Anlagen stimmten mit den ausgewiesenen Windvorrangflächen überein. „Wir wollen nicht untätig zusehen, wie wir unser letztes Erholungsgebiet verlieren“, nannte er als Motiv der Vereinsgründung.

Das neue Vereinslogo – ein Logo mit Symbolcharakter. Es vereint die Wahrzeichen der beiden Ortschaften, die Silhouette der Burg und die drei Kirchen Rockenbergs mit den Farben der Wetterau, die sich in fruchtbarem Ackerland, namengebendem Fluss, ertragreichen Getreide- und Rapsfeldern und dem Naherholungsgebiet Wald und Wiesen spiegeln.

Vielfältige Aspekte des Kultur- und Landschaftsschutzes und schutzbedürftige Interessen von Bürgerinnen und Bürgern sehen die Gründer nicht berücksichtigt. Der neu gegründete gemeinnützige Verein versteht sich jedoch nicht als Gegner der Energiewende, er möchte sie vielmehr im Einklang mit Mensch, Tier und Natur umgesetzt wissen. Umweltschutz, Kultur, Denkmalschutz, Naturschutz, Landschaftspflege, Volksbildung und Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten dieser gemeinnützigen Zwecke hat er sich auf die Fahne geschrieben.

Der Verein versteht sich als Schützer des Lebensraums der nördlichen Wetterau, die geprägt ist durch die denkmalgeschützte Burg mit nationaler Bedeutung, historischen Altstädte, Naherholungsgebiete als auch Naturschutzgebiete für seltene Tierarten. Für diesen Anspruch kämpft der Verein und bittet die Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung und Mitarbeit.

Wie stark die 200 Meter hohen Windkraftanlagen und die damit verbundenen Verkehrsflächen den Lebensraum und die Kulturlandschaft der Region beeinträchtigen würden, soll öffentlich gemacht werden. Kommunikation mit allen öffentlichen Stellen, die im Entscheidungsprozess eingebunden sind (u.a. Planungsverband Rhein Main, Kreisausschuss, Regierungspräsidium) ist das Ziel um den Prozess mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu beeinflussen. Nicht ausgeschlossen wird, den Rechtsweg zu beschreiten, sofern alle Wege des Dialogs keine Ergebnisse bringen sollten.

In der Gründungsversammlung wählten die Gründungsmitglieder als Vorstand: Ralf Koch (Vorsitzender), Jörg Müller (stellvertretender Vorsitzender), Richard Buchholz (Kassenwart), Susanne Best (Schriftführerin). Beisitzer:  Wolf Becker, Christine Hothum, Miroslav Hovorka sowie  Sascha Koch und Sabine Tinz (nicht im Bild). Als Kassenprüfer gewählt wurden Lothar Düringer und Norbert Reuter.

Erreichen will der Verein, dass die Windvorranggebiete nicht in dieser Form realisiert werden. Ab 24. Februar wird der Regionalplan Südhessen offen gelegt, dann haben alle, die sich betroffen fühlen Gelegenheit, Einwände zu äußern. Geplant sei eine Unterschriftensammlung um den Forderungen des Vereins Nachdruck zu verleihen und die Zusammenarbeit mit Organisationen, die ähnliche Zwecke verfolgen. Auch weitere Interessensgruppen will der Vorsitzende Ralf Koch erreichen: „Landwirte, Jäger und Reiter sind Gruppen, die wir noch ansprechen wollen“.