So schön ist die Wetterau

Wenn die Kraniche fliegen …

… wissen wir, dass der Winter naht.

Seit Tagen können wir das wunderbare Schauspiel sehen und – auch nachts – hören, wie sich die Kraniche auf ihrer Route in den Winterurlaub über der Wetterau zu riesigen Schwärmen versammeln. Die Burg Münzenberg scheint dabei ein wichtiger Orientierungspunkt zu sein, denn seit Jahren können wir beobachten, wie sich die Schwärme aus Nord, Nordost bis Ost hier sammeln, um dann gemeinsam nach Süden weiterzufliegen. Am vergangenen Mittwoch Nachmittag (29.10.14) gelang bei einem Rundgang zufällig diese Aufnahme mit mindestens 5 Schwärmen, die in kürzester Zeit über die Burg hinwegflogen.

Neuerdings müssen wir allerdings befürchten, dass wir dieses Naturereignis bald nicht mehr erleben werden, wenn – wie von offensichtlich belehrungsresistenten sogenannten Energiefachleuten geplant – massenhaft Windräder unsere wunderbare Landschaft zerstören würden. Den Kraniche würde vermutlich ein einziges Windmonster von 200 m Höhe genügen, um die Route zu ändern.

Aber wohin bitte sollen sie ausweichen, wenn ringsum über den Vogelsberg und den Taunus hinaus – wie an anderen Orten bereits geschehen – alles abgeholzt und mit dauer-disko-blinkenden Energiegiganten bestückt wird ?

Wir möchten, dass unsere Wetterau so schön bleibt wie sie ist und wir weiterhin das Zugverhalten der Kraniche beobachten dürfen!

Geändertes Vorhaben Wölfersheim / Wohnbach (ACHTUNG: Immer noch 4 WEA im Genehmigungsverfahren beim RP Darmstadt):

 

Wie das Regierungspräsidium Darmstadt mitteilt, ändert sich die Konfiguration des geplanten Windparks Wölfersheim– Wohnbach. Eine aktualisierte Fotomontage der (nunmehr) 4 geplanten WEA mit einer Übersicht aller zurzeit im Umkreis von 5 Km um die Burg Münzenberg sich in der Planung befindenden WEA (> 30) haben wir auf unserer Homepage eingestellt. 

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Geplant ist jetzt der Bau und Betrieb von 4 WEA (in etwa die Standorte der bisherigen WEA Nr. 2, 3, 4, 6) des Typs Enercon  115 mit einer Nabenhöhe von 149 m. Die Firma „NWind GmbH“ als Rechtsnachfolgerin der Fa. „LENPower GmbH“ wird zukünftig als Antragstellerin auftreten. Die Antragstellerin wird nach Aussage des RP Darmstadt die Antragsunterlagen an die neue Planung (4 statt 6 WEA) anpassen und die bisher noch fehlenden Gutachten für die neue Konfiguration erstellen. Die Unterlagen werden dann von der Antragstellerin komplett neu vorgelegt und erneut eine Beteiligung der Fachbehörden und der Gemeinde Wölfersheim vorgenommen. Auch die Nachbargemeinden bekommen die neue Planung vorgelegt.

WKA_Standorte_Mzbg_01 10 2014
Der Vorstand des BLuK hofft und erwartet, dass sowohl die Gemeinden Wölfersheim und  Rockenberg als auch die Stadt Münzenberg genügend Argumente zur Verhinderung dieses Vorhabens finden werden. Eine ganz besondere Hoffnung richtet der BLuK-Vorstand an das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, das sich bereits bei der ursprünglichen Planung der Fa. „LENPower GmbH“ eindeutig gegen die Errichtung der (ehemals 6) WEA in Wohnbach positioniert und diesbezüglich klare Argumente gegenüber dem RP Darmstadt als zuständige Genehmigungsbehörde vorgebracht hat.

 

 

Geplante massive Anhäufung von Windkraftanlagen rund um Burg Münzenberg

 

Bereits an unserem Sommerfest konnten wir vom BLuK e.V. unseren Mitgliedern und interessierten Besuchern den aktuellen Planungsstand bezogen auf die jeweils 2. Offenlegung zu den Windvorrangflächen des Regionalverbands FrankfurtRheinMain  (Teil des Regierungspräsidiums Darmstadt – s. Homepage „Regionalverband FrankfurtRheinMain“) und des Regierungspräsidiums Gießen (siehe auch „Teilregionalplan Energie Mittelhessen“ – s. Homepage RP Gießen) näher erläutern.

Ergänzend zu diesen Plänen konnte das BLuK e.V. erstaunten Gästen vermitteln, dass sich in Wölfersheim (Ortsteil Wohnbach) bereits 6 Windkraftanlagen im Genehmigungsverfahren gem. §35 BauGB befinden. Diese Genehmigungsverfahren sind völlig unabhängig von den vorgenannten Plänen des Regionalverbands FrankfurtRheinMain zu sehen.

Wie das BLuK e.V. weiterhin anmerkt, liegen dem Verein Informationen vor, die besagen, dass die Pläne zur Errichtung der 8 WKA (im Bereich des „Hammelshäuser Grabens“ zwischen Münzenberg und Rockenberg) noch nicht gänzlich „ad acta“ gelegt worden sind und von bestimmten politischen Gremien weiterhin verfolgt werden.

Besonders problematisch stellt sich die Situation im Bereich des „Hinterfelds“ in Oppershofen dar. Hier werden – wie uns 2 Besucher unseres Sommerfestes aus eigenen Erfahrungen berichten konnten – vehement Vertragsangebote durch die Firma Rotorkraftwerke GmbH an Grundstücksbesitzer unterbreitet.

Wir vom BLuK bitten Sie:

Schaffen Sie sich anhand der beiden von uns eingestellten Bildern einen Überblick zum Planungsstand bezüglich der „Massiven Anhäufung von Windkraftanlagen rund um die Burg Münzenberg und in unserer Region. Informieren Sie Ihre Freunde, Bekannte und Nachbarn über diesen Wahnsinn, der unseren Lebensraum in unserer Region bedroht! Nur gemeinsam sind wir stark!

 

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Sommer, Sonne Sommerfest

Vergangenen Sonntag waren alle Interessierten herzlich zum Sommerfest des BLuK e.V. eingeladen um sich bei sommerlichen Temperaturen gemeinsam auszutauschen oder einfach nur einen schönen Nachmittag zu verbringen. Neben gegrilltem Steaks und Würstchen und passendem Salat, sowie Kaffee und Kuchen wurden auch jede Menge Informationen angeboten. Das Vereinsheim des Rockenberger Gartenbauvereins wurde zur „Infozentrale“  über die aktuellen Vorhaben zur Nutzung von Windenergie in unserer Region umgebaut und stand den Besuchern als Forum zu Verfügung. Die Begrüßung der Gäste ließ sich der 1. Vorsitzende Ralf Koch nicht nehmen und gab dabei einen kurzen Überblick über die aktuelle Lage des Vereins und der aktuellen Situation im Umfeld.

Für große Begeisterung bei groß und klein sorgte Sabine Tinz mit Ihrem Infostand über Fledermäuse. Neben den Menschen und deren Kulturraum sind diese kleinen Lebewesen die großen Verlierer bei der Umsetzung der Energiewende durch die Windkraft.

 

 

Das BLuK feiert Sommerfest

!!! Das BLuK feiert Sommerfest !!! Ihr seid alle herzlichst eingeladen !!! Termin : Sonntag, 03.08.14 im Obst- und Gartenbauverein in Rockenberg !!! 

 

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Geplante Windvorranggebiete im Regierungsbezirk Gießen

Teilregionalplan Energie Mittelhessen“

Weitere Windvorranggebiete rund um Burg Münzenberg???

 „Die Regionalversammlung Mittelhessen hat am 18. Dezember 2012 die Anhörung und Offenlegung des Entwurfs des Teilregionalplans Energie Mittelhessen einschließlich des Umweltberichts beschlossen. Die Anhörung und Offenlegung fand vom 21. Januar bis 20. März 2013 statt.“ (s. Homepage RP Gießen)

Der aktuelle Planungsstand zu möglichen Vorranggebieten zur Nutzung der Windenergie (Stand: 6.3.2014) kann den Unterlagen entnommen werden, die als Bild zu Beginn des Berichtes dargestellt sind.  Durch Anklicken kann das Bild vergrößert werden, so dass 

  • Ein „Ausschnitt der „Arbeitskarte 11“ (s. Homepage RP Gießen) mit den geplanten Windvorrangflächen 4406 (bei Obbornhofen) und 4407 (bei Bellersheim),

  • Eine Karte der beiden aneinandergrenzenden Regierungspräsidien (Darmstadt und Gießen) mit den jeweils ausgewiesenen Windvorrangflächen zu sehen ist.

  • Drei vom BLuK erstellte maßstabsgetreue Fotomontagen (aufgenommen vom Wehrgang der Burg Münzenberg) mit Blickrichtung „Obbornhofen / Bellersheim“ mit jeweils 3 Windkraftanlagen (200 Meter hoch). Hinweis: Aus Sicht des BLuK handelt es sich bei den 3 Anlagen um die unterste Zahl der potentiellen WKAs.

Wie dem Teilregionalplan Energie Mittelhessen zu entnehmen ist (s. Homepage RP Gießen), „sind diese Gebiete in den Planungsschritten bis zur zweiten Offenlegung vor allem hinsichtlich weiterer raumordnerischer Restriktionskriterien wie Umfassung von Ortslagen und Denkmalschutz sowie bezüglich Eignungskriterien abzuprüfen….“

Das BLuK appelliert in diesem Zusammenhang eindringlich an die politischen und verantwortlichen Gremien (u. a. auch an die Stadt Hungen) von der Auflage weiterer Windvorranggebiete (s. Windvorranggebiete des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain) rund um Burg Münzenberg vor der 2. Offenlegung (diese soll dem Vernehmen nach noch in diesem Jahr erfolgen) abzusehen. Weitere Informationen können unserer Homepage entnommen werden.

BLuK (Vorstand)  

Pressebericht des BLuK e.V.

Pressebericht des BLuK e.V.  – Bündnis zum Schutz des Lebensraums und der Kulturlandschaft Münzenberg/Rockenberg zum Genehmigungsverfahren gem. § 4 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) zur Errichtung und Betrieb von 6 Windkraftanlagen in Wölfersheim (Gemarkung Wohnbach)

„Das BLuK e.V. – Bündnis zum Schutz des Lebensraums und der Kulturlandschaft Münzenberg/Rockenberg bedankt sich bei der Stadt Münzenberg für die eindeutige Positionierung eines Mindestabstands von 5.000 Metern für Windkraftanlagen (WKA) zum historischen Baudenkmal Burg Münzenberg und für einen geforderten 2000-Meter-Abstand zur Wohnbebauung. Hierzu wird auf den Pressebericht in der BZ vom 24.05.2014 verwiesen. Wie diesem zu entnehmen ist, beträgt der bislang in den Planungsunterlagen zugrunde gelegte Abstandspuffer zur Burg Münzenberg lediglich 600 Meter.“

Am 19.12.2013 hat die Firma LENPower GmbH, 30177 Hannover beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt den Genehmigungsantrag zum Bau von 6 Windkraftanlagen (WKA) in Wölfersheim (Gemarkung Wohnbach) gestellt. Mit diesem Antrag, der die Errichtung und die Inbetriebnahme von sechs 200 Meter hohen Anlagen zum Ziel hat und einer möglichen Genehmigung durch das RP Darmstadt, könnten Tatsachen geschaffen werden, die im Vorfeld der Entscheidung über den „Entwurf des Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien“ irreparable Folgen im Hinblick auf das Kulturerbe „Burg Münzenberg“ und das Landschaftsbild in der Wetterau – insbesondere in den Regionen Münzenberg/Rockenberg/Wohnbach und Wölfersheim – haben. Das BLuK e.V. – Bündnis zum Schutz des Lebensraums und der Kulturlandschaft Münzenberg/Rockenberg – weist mit dieser Stellungnahme darauf hin, dass der Antrag der Firma LENPower in einem völlig  unabhängigen Genehmigungsverfahren nach § 4 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) behandelt wird, das separat zum Genehmigungsverfahren zu der geplanten (868 Hektar großen) Windvorrangfläche (s. „Entwurf des Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien“ – Blatt 10500), die u. a. die Region Münzenberg/Rockenberg/Wohnbach und Wölfersheim betrifft, zu sehen ist. In diesem Zusammenhang merkt das BLuK an, dass Einwendungen gegen den geplanten „Entwurf des Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien – Blatt 10500“) bereits beim Regionalverband FrankfurtRheinMain fristgerecht eingereicht wurden. Die Firma LENPower versuche somit in einem völlig unabhängigen Genehmigungsverfahren nach § 4 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) den Bau der 6 WKA vor der eigentlichen Festlegung der Windvorrangflächen in einem vereinfachten Genehmigungsverfahren beim RP Darmstadt durchzuziehen.

Von den 6 geplanten WKA liegen nach den Recherchen des BLuK 4 im und 2 außerhalb des geplanten Windvorranggebiets (vgl. „Entwurf des Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien“ – Blatt 10500). Aus Sicht des BLuK – und in diesem Zusammenhang wird auf die Vorgehensweise des RP Gießen hingewiesen, das im Vorfeld der Festlegung des „Entwurfs des Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien“ keine Genehmigung geplanter WKA mehr erteilen werde – ist die Errichtung und die Inbetriebnahme der 6 WKA in Wohnbach nicht zu genehmigen. Weiterhin merkt das BLuK an, dass eine zum jetzigen Zeitpunkt erteilte (mögliche) Genehmigung in der breiten Öffentlichkeit den Eindruck erwecken werde – und sogar massiv untermauern würde -, dass das Regierungspräsidium Darmstadt durch ein „vereinfachtes Genehmigungsverfahren“ bereits 6 WKA im Vorfeld der Festlegung der Windvorranggebiete unterstützen und fördern könnte.

Zur Verdeutlichung der massiven negativen Auswirkungen auf das Sichtfeld „Burg Münzenberg“ zeigt das Bündnis zum Schutz des Lebensraums und der Kulturlandschaft Münzenberg/Rockenberg e. V. die eigens ermittelten Entfernungen (Luftlinie) von der Burg Münzenberg zu den einzelnen WKA (1 – 6) auf:

Entfernung (Luftlinie): WKA (1 – 6) bis zur Burg Münzenberg:

  • WKA (Nr. 1): 3,10 km
  • WKA (Nr. 2): 3,40 km
  • WKA (Nr. 3): 3,63 km
  • WKA (Nr. 4): 4,05 km
  • WKA (Nr. 5): 4,30 km
  • WKA (Nr. 6): 4,55 km

Die maßstabsgetreue Fotomontage, die bereits auf unserer Homepage eingestellt worden ist, verdeutlicht die  negativen Auswirkungen der 6 WKA auf das Kulturerbe „Burg Münzenberg“.

Das BLuK hofft auf den Sachverstand und den Weitblick des Regierungspräsidiums und insbesondere die Einflussmöglichkeiten der für den Denkmalschutz verantwortlichen Stellen und Behörden, damit das Kulturerbe „Burg Münzenberg“ und das Landschaftsbild in der Wetterau nicht durch „vorauseilenden Aktionismus einer Windenergieplanwirtschaft“, die insbesondere in der Region Münzenberg, Rockenberg, Wohnbach und Wölfersheim massiv vorangetrieben wird, dauerhaft zerstört wird.

 

Rockenberg, 21.05.14

Ralf Koch  (1. Vorsitzender BLuK e.V.)

Jörg Müller  (2. Vorsitzender BLuK e.V.)

Subventionsruine Wohnbach ?

Bedauerlicherweise scheint sich kein Entscheidungsträger für Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei geplanten Windkraftanlagen zu interssieren. Im Rahmen der sogenannten Energiewende wird offensichtlich wider jede Vernunft geplant, genehmigt und gebaut, um ein Politikum durchzuboxen.

Bei Wohnbach sollen in einem ohnehin als windarm bekannten Gelände direkt hinter dem Wald 6 WKA mit einer Nabenhöhe von 149 m und einem Rotordurchmesser von ca. 101 m errichtet werden. Die Standorte sind auf einer Höhe von 200 – 210 m im Abstand von 700 m zum nächsten Bauernhof und 1000 m zu Wohnbach geplant. Der (aus der Hauptwindrichtung) direkt westlich davorliegende ca. 3 km tiefe Wald liegt auf einem Hügel, der von Rockenberger Seite kontinuierlich ansteigt und dessen höchste Erhebung (249 m) gerade einmal 700 m von den WKA entfernt ist. Rechnet man den (noch) vorhandenen Baumbestand mit 25 – 30 m Höhe hinzu, stellt man fest, dass sich die Blattspitzen-Unterkanten der Rotorblätter höchstens auf Baumhöhe befinden.

Hierzu folgende Zitate aus:

Unabhängige Ermittlung des Windpotenzials für das Bundesland HESSEN (DEUTSCHLAND)

Bericht Nr.: MS-1104-031-HE-de/Revision 1/Datum: 16.12.2011

8.3 Wind im Wald: „… Wald löst jedoch durch seine komplexe inhomogene Eigenschaft starke Verwirbelungen und Turbulenzen im und um den Wald herum aus. Diese führen in der Regel zu einer Windgeschwindigkeitsreduktion, die modellarisch im Windatlas nicht erfasst werden kann, …“

8.3.2 Waldnaher Standort: „Befindet sich die Messung bzw. die zu berechnende Windkraftanlage innerhalb dieses 30 bis 40-fachen Höhenradius um den Waldgürtel herum, können turbulente Strömungen auftreten, die durch das Modell nur sehr schwer zu greifen sind und evtl. zu einer Fehlinterpretation der Windgeschwindigkeiten führen können. Für Windkraftanlagen sollten hier bereits Nabenhöhen gewählt werden, die umso höher sind, je näher die Anlagen an den Waldrand heranrücken. Mindestens jedoch sollte die zweifache Waldhöhe für die Blattspitzen-Unterkante eingehalten werden. An dem Waldrand selbst sollte die dreifache Waldhöhe für die Blattspitzen-Unterkante gewählt werden, wie sie auch für Standorte im Wald zutrifft.“

Unter diesen Voraussetzungen erscheint es ausgesprochen rätselhaft, wie diese WKA Strom erwirtschaften sollen und der Verdacht ist ungeheuerlich, dass hier lediglich die satten Subventionen abgegriffen werden sollen. Der Projektierer, der Erbauer und alle, die im Vorfeld ihre Gelder einstreichen, sind längst bedient, wenn nach einer gewissen Zeit die Unwirtschaftlichkeit und die folgende Insolvenz festgestellt werden muss … Die leidtragenden sind dann u. a. die Grundstücksbesitzer, die nicht den erhofften Gewinnanteil erhalten und trotzdem irgendwann für den Fundamentrückbau verantwortlich sind, die anliegenden Gemeinden und die Natur.

In dem hiesigen Fall ist dies besonders schlimm, da durch die Errichtung dieser WKA extrem wertvolle Kulturlandschaft unwiederbringlich auf frevelhafte Weise zerstört wird (siehe Fotomontage, Blick von der A 45, Gambacher Kreuz, Richtung Münzenberg).

Klagen auf Schadensersatz und Wiedergutmachung sind auf alle Fälle angebracht.

Sollten sich wider Erwarten die WKA doch einmal drehen – wahrscheinlich unter Zuhilfenahme konventioneller Energie – werden die Wohnbacher bei einem Abstand von 1000 m sicherlich kein Auge mehr zumachen …

Auf einer Presse-Veröffentlichung der SPD Münzenberg vom 24.06.2013 heißt es:

„Dem Betrieb von Windkraftanlagen im Stadtgebiet von Münzenberg gab Stamm eine Absage. Aufgrund der vorherrschenden geringen Windgeschwindigkeiten, ist hier nicht von einer wirtschaftlichen Nutzung auszugehen.“ Diethard Stamm ist Vorstandsmitglied der MiEG (Mittelhessische Energiegenossenschaft eG).

Der Abstand von Münzenberg zu den geplanten WKA beträgt gerade einmal 3 km. 

In Wölfersheim/Wohnbach sind 6 WEA geplant

Ein Leserbrief von Uwe Müller – Vorsitzender des Freundeskreises Burg und Stadt Münzenberg

Windräder über der Burg Münzenberg

Am 9. April 2014 ging bei der Stadt Münzenberg und weiteren 23 „vorläufigen“ Verteilern ein Schreiben des Regierungspräsidiums Darmstadt ein, in dem es um das Genehmigungsverfahren gem. § 4 Bundes-Immissionsschutzgesetz für die Errichtung und Betrieb von sechs Windenergieanlagen in Wölfersheim-Wohnbach geht. Anlagen vom Typ E-101 mit einer Nabenhöhe von 149 m und einer Gesamthöhe von 199,5 m sollen auf einer Höhe zwischen 199 und 209 m über NN entstehen. (Der begehbare Turm von Burg Münzenberg hat eine Höhe von 276 mm über NN.) Das Regierungspräsidium schreibt dazu: “ Die Fachbehörden … werden … am Verfahren beteiligt und um Stellungnahme gebeten.“ Der Antragsteller, die Firma LENPower GmbH aus Hannover, gibt in seinem Genehmigungsantrag vom 21.03.2014 an: „Es wurden, mit dem Ziel möglichst geringer Landschaftszusatzbelastung, Standorte direkt östlich der A 45 ausgewählt … So wurde das Ziel, die Landschaftsbelastung möglichst gering zu halten, erreicht.“ (S. 2: Ziele) Zum Thema „Denkmalschutz“ schreibt das Unternehmen in sechs (!) Zeilen: „Im Plangebiet befinden sich zahlreiche archäologische Denkmale …, wobei das spektakulärste die Ruine „Münzenburg“ ist … Letztere muss besonders bei der Errichtung von WEA berücksichtigt werden. Die Fachbehörden sind beteiligt worden …“ (S. 11: Denkmalschutz) Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen ist lt. Auskunft vom 11.04.2014 nicht beteiligt worden, auch nicht die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen (Auskunft vom 30.04.2014), lediglich die Archäologische Denkmalpflege des Wetteraukreises, dafür aber die Wehrbereichsverwaltung IV in Wiesbaden.

 „Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ (Heinrich Heine)

Windige Geschäfte

– Zur Risikoverteilung bei Windkraftprojekten-

Auf der derzeitigen Gesetzeslage werden im Namen der Energiewende bis über 200 m hohe onshore-Windkraftanlagen (WKA) für windschwache Gebiete im Binnenland gebaut, die auch lt. eigener Einschätzung der Planungsbüros oder Projektierer an der Grenze der Wirtschaftlichkeit arbeiten. Errechnete, nicht gemessene mittlere Windgeschwindigkeiten, sind die Grundlage, mit denen Planungsbüros und Hersteller im Verbund versuchen, solche WKA- Projekte auch in windschwachen Gebieten und teilweise gegen den Willen der Öffentlichkeit zu vermarkten und umzusetzen. Der Projektierer nähme dabei alle Risiken auf sich und Bürger bräuchten und sollten sich darüber am besten keine Gedanken zu machen (so Herr Zimmermann, Rotorkraftwerke, am 03.04.2014 während der Bürgerversammlung in Rockenberg-Oppershofen). Die Betreiber des Projekts würden ja aus dem Eigeninteresse nur wirtschaftliche Windkraftanlagen bauen.

Stimmt das? Was ist davon zu halten?

Das stimmt aus nachfolgenden Gründen natürlich nicht!

Wer sind die Gewinner?

1. Die Planungsbüros:

Planungsbüros wie die Rotorkraftwerke und AlphaSol vermarkten ihre Dienstleistung im Wettbewerb wie jedes andere Unternehmen auch. Die einzigen Risiken bestehen darin, dass aufgrund einer schlechten Vermarktung kein Windpark entsteht oder ein Konkurrent letztlich das Projekt umsetzt. Es handelt sich also um übliche Werbungskosten im Wettbewerb.

Sofern ein Planungsbüro hinreichend Vorverträge geschlossen hat und eine hinreichende Anzahl von Interessenten gefunden hat, Finanzmittel in das Projekt zu investieren, besteht für ihn nur noch das Risiko der Schlechtleistung durch z.B. ungünstige Verträge mit den Beteiligten.

Aber das Risiko besteht kaum, denn, das ist ja sein Geschäft. I.d.R. sind die Verträge so gestaltet, dass der eigene Aufwand über die Investoren bzw. der Finanzmittel der Banken vergütet wird, unabhängig davon, ob das Projekt wirtschaftlich arbeitet oder nicht. Dies wird ja zudem über die EEG- Umlage sicher gestellt.

2. Die Hersteller der Windkraftanlagen (WKA):

Windkraftanlagen-Hersteller wie GE, Enercon etc. vermarkten und verkaufen ihre Produkte im Zusammenarbeit mit den Planungsbüros. In der Regel sind die Verträge so gestaltet, dass die Herstellkosten der WKA schon vor dem Bau, im Rahmen der Bauphase oder anderweitig vorrangig im Rahmen der Finanzierung bedient werden. Die Anlage ist ja verkauft (analog zu den bekannten Schrottimmobilien). Es ist den Herstellern u.U. völlig egal, ob die Anlagen später wirtschaftlich arbeiten oder nicht. Und auch hier gilt: Im Zweifel werden es schon während der Laufzeit von z.B. 20 Jahren die garantierte Einspeisevergütung und die steigende EEG- Umlage richten.

Wer sind die Verlierer?

1. Die Anleger (Investoren)

Die Anleger, die beispielsweise im Falle der Prokon-Insolvenz über Genussscheine für den Erfolg der Windkraftanlagen haften, tragen das Risiko ihrer Papiere. Denn die Genuss­rechts­bedingungen sehen i.d.R. vor, dass Fehl­beträge zunächst den Rück­lagen und dann dem Stamm­kapital der Gesell­schaft zugewiesen werden. Übersteigen die Verluste das Stammkapital der Gesell­schaft, muss das Genuss­rechts­kapital sie voll mittragen. Der Rück­zahlungs­anspruch der Anleger sinkt entsprechend. Genannte Renditen „von bis zu“ 6% können im onshore-Bereich in der Praxis nicht erzielt werden. Im Gegenteil, wir bewegen uns hier ja im Grenzbereich der Wirtschaftlichkeit und eine kleine negative Variable führt zu Verlusten.

Häufig sind die späteren Betreiber der Anlagen sogenannte „Bürgerwindparks“, für die sich beispielsweise die Gesellschaftsform der eG und die GmbH & Co.KG durchgesetzt haben. Hier gelten für die Kapitalgeber ebenfalls die gesetzlich geregelten Haftungen und Risiken.

2. Die Eigentümer von Grund und Boden

Teilweise sind auch die verschiedentlich als Gewinner gesehenen Eigentümer von Grund und Boden Verlierer, die Flächen für unrentable WKA- Projekte zur Verfügung gestellt haben. In der Regel wird nämlich nur ein Teil der Pacht gesichert vergütet. Ein Großteil bleibt infolge einer entsprechenden Vertragsgestaltung erfolgsabhängig. So gesehen stellen sich u.U. am Ende die erwarteten Pachteinnahmen gar nicht ein.

3. Die Bürger der Region

Möglicherweise ist mit der Fehlallokation von Finanzressourcen eine gigantische  Zerstörung von über Generationen gewachsene Natur- und Kulturlandschaften verbunden, die u.U. nicht oder nur schwer wieder korrigiert werden kann. Das zeigen auch Hochrechnungen über die Anzahl der WKA’s, die für die Erfüllung des geplanten Windkaftanteils erforderlich sind. Zumindest müssten die nächsten Generationen mit den Ergebnis der Landschafts- und Kulturzerstörung leben, die ihre Ursache in einer unglücklichen Gesetzeslage und schwer zu durchschauende behördliche Prozesse im Verbund mit ungesteuerten Finanzströmen hätte. Der Naherholungs- und Wohnwert in den betroffenen Regionen wäre stark beeinträchtigt.

Fazit:

Es verwundert nicht, dass wirtschaftlich (mit)denkende Bürger den Planern nicht genehm sind. Man braucht ja die „Unwissenden“ für sog. „Bürgerwindparks“ oder dazu, dass potentielle Anleger ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stellen. Das übrige regelt die EEG-Umlage.

Anmerkung:

Den Beitrag hat keineswegs ein Gegner der Energiewende oder speziell der Windkraft verfasst. Ich bin für eine transparente Darstellung aller Aufwendungen und Erträge und gegen nicht zu verantwortende Auswirkungen solcher letztlich unser ganzes Land betreffender Großprojekte. Man kann sie eben nicht nur Marktgesetzen überlassen. Eine mangelnde Transparenz der Energiepolitik ist nicht neu. Sie hat ja bereits Vorläufer z.B. bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und der Errichtung von Atomkraftwerken, die teilweise Risiken und Endlagerkosten völlig außer Betracht gelassen hat. Auch sind die (Umwelt)kosten der Energieerzeugung mittels Braunkohle und damit einhergehende Standort bezogene Probleme vernachlässigt worden. Nur- man kann eine wohl immer schon problembehaftete Energiepolitik nicht durch eine nicht zu Ende gedachte und -gerechnete Politik einer Energiewende ablösen, die am Bürger vorbei geht.