Stellungnahme der Tourismuskommission Münzenberg

Stellungnahme der Tourismuskommission zu geplanten Windkraftanlage zwischen Münzenberg und Rockenberg

Die Tourismuskommission ist seit Jahren bestrebt, die Sehenswürdigkeiten der Stadt, besonders unsere Stauferburg Münzenberg aus dem Mittelalter, über die Wetterau hinaus bekannt zu machen. Gäste kommen gerne in unsere Stadt. Sie bleiben u.a. für mehrere Stunden, einen Tag o/ u. auch länger. Pro Jahr zählt die Verwaltung der Hessischen Gärten und Schlösser, die die Burg verwaltet, 30.000 Besucher auf unserem Wetterauer Tintenfass, wie es im Volksmund heißt und die Region optisch beherrscht. Diese Besucher nutzen zum Teil auch das Angebot der Gaststätten sowie für Übernachtungen ein Hotel sowie mehrere Pensionen. In den letzten Jahren ist erfreulicherweise die Anzahl der Übernachtungen angestiegen. Viele Wanderwege sind ausgewiesen. Es gibt sogar ein spezielles Angebot für Radwanderer.

Zudem geht auch der eine oder andere Besucher in den vorhandenen Geschäften einkaufen und lässt so manchen Euro in der Stadt. Tourismus bedeutet für unsere Stadt auch Erhöhung der Wirtschaftskraft. Vor allem das Engagement des Freundeskreises Burg und Stadt Münzenberg mit seinen Theateraufführungen auf der Burg und den historischen Stadtführungen trägt dazu bei, dass die Burgruine und unsere historisch geprägten Stadtkerne weit über den Wetteraukreis hinaus bekannt geworden sind und die Menschen sich für Münzenberg interessieren.

20140223-BLuK_Wanderung_PanoUnsere Vorväter haben es verstanden, die Burg in eine Landschaft einzubetten, die einmalig ist und die Menschen seit vielen Jahrhunderten geprägt hat. Die Region ist rund um die Burg seit Jahrhunderten unverändert.Die Sicht auf die Burg, nachts ist sie beleuchtet, ist nicht nur aus der Nähe faszinierend, sondern auch von weitem bietet sie eine beeindruckende Ansicht. Die Sicht von der Burg erlaubt einen wunderschönen Ausblick auf den Taunus im Südenwesten und den Vogelsberg im Osten sowie auf den Hausberg und den Schiffenberg bei Gießen. In der Ferne ist sogar die Skyline von Frankfurt zu sehen. Rund um die Burg gibt es perfekte Naherholungsgebiete, in dem sich Spaziergänger, Radfahrer, Skater, Wanderer, Hunde- und Pferdeliebhaber sowie Familien aufhalten und erholen können.

Unsere ausgewiesenen Naturschutzgebiete „die Salzwiesen“ und „die Metz“ bieten Heimat für seltene Tier- und Pflanzenarten. Auch die Population verschiedener Fledermausarten, die sich in unserer Gemarkung aufhalten ist erwähnenswert, ebenso Vogelarten wie der Rote Milan, der Weißstorch und andere. All diese Naturgegebenheiten vor der Kulisse unserer stolzen Burg ziehen die Menschen aus Nah und Fern an. Diese wunderbare, einmalige Idylle würde durch das Errichten von 8 Windrändern in Burgnähe jegliche Attraktivität unserer kulturhistorisch geprägten Landschaft zerstören.

Nicht nur die jungen Menschen, die momentan in unserem Neubaugebiet ein Haus bauen, müssten unter dem Anblick der Windkrafträder leiden, auch die Erholungssuchenden würden die Freude an dieser Landschaft verlieren. Die Sicht auf die Burg und von der Burg wäre nachhaltig gestört. Die Besucher der Burg würden ausbleiben. Der Mittelaltermarkt, welcher von der Freien Ritterschaft seit diesem Jahr im freien Feld abgehalten wird, würde enorm darunter leiden, ebenso wie die Veranstaltungen auf der Burg und in der Stadt. Keiner würde mehr von der Autobahn abfahren, um eine Burgruine, die einmalig in Deutschland ist, zu bestaunen, weil sie von 200 m hohen Windmonstern umgeben ist.

Der Burg würde ihre Würde und ihr Stolz genommen und den Touristen sowie den Einheimischen die Freude beim Anblick auf die Burg verdorben.

Wir, die Mitglieder der Tourismuskommission sind gegen die Errichtung eines Windkraftparks und appellieren an die entscheidenden Gremien dieses Vorhaben zu verhindern. 

FAZIT: Was der Mensch moralisch nicht vertreten kann, sollte die Politik nicht umsetzen.