Stellungnahme des Ortsbeirats Münzenberg

Antrag an den Ortsbeirat Münzenberg  für eine Stellungnahme zu dem projektierten Windpark

Der Ortsbeirat möge beschließen:

 

Das für die überwältigende Mehrheit der Münzenberger Bürger unbefriedigende  Ergebnis der Bürgerversammlung am Mittwoch, dem 30 10. 13, im Bürgerhaus Gambach, in der  der von der Firma Alphasol projektierte Windpark präsentiert wurde, veranlasst uns in Verantwortung für die Belange der Stadt und das Wohl ihrer Bürger zu folgender Stellungnahme:

 

Die eindeutige Mehrheit der Münzenberger Bürger lehnt die vorgestellte Planung des Windparks ab.

 

Wir sehen die vorgebrachten Argumente gegen die Errichtung als gravierend an. Sie sind aber weder berücksichtigt noch widerlegt.

 

Wir machen uns die Stellungnahme des „Freundeskreis Burg und Stadt Münzenberg e.V.“ zu eigen; insbesondere die darin aufgeführten Argumente anlehnend an das „Gesetz zum Schutz der Kulturdenkmäler“ von 1986, in dem es in §1 heißt: „ Es ist Aufgabe von Denkmalschutz und Denkmalpflege, die Kulturdenkmäler als Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschich-te und Entwicklung … zu schützen und zu erhalten sowie darauf hinzuwirken, dass sie in die städtebauliche Entwicklung, Raumordnung und Landschaftspflege einbezogen werden.“

 

Windräder dieser Größenordnung und an den projektierten Plätzen wirken sich notgedrungen störend auf das Landschaftsbild  aus, das auf die Burg Münzenberg als ausgewiesenes nationales kulturelles Erbe  bezogen ist.

 

Das geistige und emotionale Wohlergehen der Menschen hängt wesentlich von der sie umge-benden Landschaft ab. Sie in ihrer Eigenständigkeit zu erhalten, ist Aufgabe der politisch Verantwortlichen.

 

Der fruchtbare Boden der Wetterau, der mit seiner Parabraunerde nur wenige Parallelen in der Welt hat und seit Jahrtausenden der landwirtschaftlichen Nutzung dient,  ist zu wertvoll  für eine kurzfristige  (Die Windräder sind auf 20 Jahre konzipiert,) technische Nutzung mit zudem zweifelhafter wirtschaftlicher Ausbeute. Außerdem werden die riesigen Betonfunda-mente auch nach  Abbau der Windräder im Boden verbleiben und die Bodennutzung nachhal-tig beeinträchtigen. Gerade angesichts der fortschreitenden Zersiedelung und Versiegelung durch Wohn- und Industriebauten gebietet uns die Verantwortung vor  künftigen Generatio-nen, dafür Sorge zu tragen, dass so viel wie möglich Boden unverbaut erhalten bleibt.

 

Wir richten an die Stadtverordnetenversammlung und den Magistrat der Stadt Münzenberg die dringende Bitte, dahingehend  tätig zu werden, dass der von der Firma Alphasol projektierte Windpark in dieser Form nicht errichtet wird. Insbesondere  bitten wir darum, fundierte Gutachten einzuholen.

 

Münzenberg, den  13. November 2013-11-13

 

Johannes Hummel

Haris Laspoulas