Subventionsruine Wohnbach ?

Bedauerlicherweise scheint sich kein Entscheidungsträger für Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei geplanten Windkraftanlagen zu interssieren. Im Rahmen der sogenannten Energiewende wird offensichtlich wider jede Vernunft geplant, genehmigt und gebaut, um ein Politikum durchzuboxen.

Bei Wohnbach sollen in einem ohnehin als windarm bekannten Gelände direkt hinter dem Wald 6 WKA mit einer Nabenhöhe von 149 m und einem Rotordurchmesser von ca. 101 m errichtet werden. Die Standorte sind auf einer Höhe von 200 – 210 m im Abstand von 700 m zum nächsten Bauernhof und 1000 m zu Wohnbach geplant. Der (aus der Hauptwindrichtung) direkt westlich davorliegende ca. 3 km tiefe Wald liegt auf einem Hügel, der von Rockenberger Seite kontinuierlich ansteigt und dessen höchste Erhebung (249 m) gerade einmal 700 m von den WKA entfernt ist. Rechnet man den (noch) vorhandenen Baumbestand mit 25 – 30 m Höhe hinzu, stellt man fest, dass sich die Blattspitzen-Unterkanten der Rotorblätter höchstens auf Baumhöhe befinden.

Hierzu folgende Zitate aus:

Unabhängige Ermittlung des Windpotenzials für das Bundesland HESSEN (DEUTSCHLAND)

Bericht Nr.: MS-1104-031-HE-de/Revision 1/Datum: 16.12.2011

8.3 Wind im Wald: „… Wald löst jedoch durch seine komplexe inhomogene Eigenschaft starke Verwirbelungen und Turbulenzen im und um den Wald herum aus. Diese führen in der Regel zu einer Windgeschwindigkeitsreduktion, die modellarisch im Windatlas nicht erfasst werden kann, …“

8.3.2 Waldnaher Standort: „Befindet sich die Messung bzw. die zu berechnende Windkraftanlage innerhalb dieses 30 bis 40-fachen Höhenradius um den Waldgürtel herum, können turbulente Strömungen auftreten, die durch das Modell nur sehr schwer zu greifen sind und evtl. zu einer Fehlinterpretation der Windgeschwindigkeiten führen können. Für Windkraftanlagen sollten hier bereits Nabenhöhen gewählt werden, die umso höher sind, je näher die Anlagen an den Waldrand heranrücken. Mindestens jedoch sollte die zweifache Waldhöhe für die Blattspitzen-Unterkante eingehalten werden. An dem Waldrand selbst sollte die dreifache Waldhöhe für die Blattspitzen-Unterkante gewählt werden, wie sie auch für Standorte im Wald zutrifft.“

Unter diesen Voraussetzungen erscheint es ausgesprochen rätselhaft, wie diese WKA Strom erwirtschaften sollen und der Verdacht ist ungeheuerlich, dass hier lediglich die satten Subventionen abgegriffen werden sollen. Der Projektierer, der Erbauer und alle, die im Vorfeld ihre Gelder einstreichen, sind längst bedient, wenn nach einer gewissen Zeit die Unwirtschaftlichkeit und die folgende Insolvenz festgestellt werden muss … Die leidtragenden sind dann u. a. die Grundstücksbesitzer, die nicht den erhofften Gewinnanteil erhalten und trotzdem irgendwann für den Fundamentrückbau verantwortlich sind, die anliegenden Gemeinden und die Natur.

In dem hiesigen Fall ist dies besonders schlimm, da durch die Errichtung dieser WKA extrem wertvolle Kulturlandschaft unwiederbringlich auf frevelhafte Weise zerstört wird (siehe Fotomontage, Blick von der A 45, Gambacher Kreuz, Richtung Münzenberg).

Klagen auf Schadensersatz und Wiedergutmachung sind auf alle Fälle angebracht.

Sollten sich wider Erwarten die WKA doch einmal drehen – wahrscheinlich unter Zuhilfenahme konventioneller Energie – werden die Wohnbacher bei einem Abstand von 1000 m sicherlich kein Auge mehr zumachen …

Auf einer Presse-Veröffentlichung der SPD Münzenberg vom 24.06.2013 heißt es:

„Dem Betrieb von Windkraftanlagen im Stadtgebiet von Münzenberg gab Stamm eine Absage. Aufgrund der vorherrschenden geringen Windgeschwindigkeiten, ist hier nicht von einer wirtschaftlichen Nutzung auszugehen.“ Diethard Stamm ist Vorstandsmitglied der MiEG (Mittelhessische Energiegenossenschaft eG).

Der Abstand von Münzenberg zu den geplanten WKA beträgt gerade einmal 3 km.