Zerstörung einer alten Kulturlandschaft durch Windpark

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Über den Autor

Jörg Müller

2. Vorsitzender BLuK e.V.

Jörg Müller, wohnhaft in Münzenberg ist seit der Gründung 2. Vorsitzender des BLuK e.V.

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Deutschland als führende Nation für erneuerbare Energien weltweit befindet sich nicht erst seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima in einer noch nie dagewesenen energiepolitischen Umdenkungsphase; und das ist auch gut so! Wir alle kennen die Bilder der sog. „Offshore-Windparks“ auf dem Festlandsockel an der Nordsee oder von Windparks in eher weniger besiedelten Gegenden unseres Landes. Meines Erachtens könnten sich die meisten Bürgerinnen und Bürger mit diesen Standorten von Windrädern, die in Abhängigkeit zwischen der Windstärke, den Erfordernissen der Energiewirtschaft und nicht zuletzt den Interessen der Menschen stehen, anfreunden. Ich möchte Sie – als Leserin / Leser – mit meinen nachfolgenden Ausführungen auf die aktuelle Situation einer existierenden Planung eines Windparks zwischen Münzenberg und Rockenberg und die hieraus resultierende Diskrepanz zwischen den einseitigen wirtschaftlichen Interessen, die ganz und gar nicht mit den Belangen einer kulturhistorischen Region einhergehen, aufmerksam machen.

Die Planung eines Windparks durch die Gemeinde Rockenberg mit Unterstützung eines Planungsbüros umfasst 8 (acht) „200 Meter“ hohe Windräder, deren Standorte zwischen Münzenberg und Rockenberg vorgesehen sind. Von diesen 8 Windrädern befinden sich 4 auf dem Gemeindegebiet von Rockenberg und 4 auf privaten Äckern in der Gemarkung Münzenberg. Ich stelle den politischen Gremien in Rockenberg und insbesondere dem amtierenden Bürgermeister Wetz die Frage der Sinnhaftigkeit des dem Anschein nach „in aller Stille“ und somit ohne Beteiligung der Münzenberger und Rockenberger Bürgerinnen und Bürger eingeleiteten Planungsphase. Die wirtschaftlichen Interessen bei den Grundstücksbesitzern der 4 Standorte der Windräder in der Gemarkung Münzenberg können meines Erachtens erst durch die Planungen der Rockenberger Gremien und die in diesem Zusammenhang vorgesehene Einbeziehung in den Gesamtwindpark mit 8 Windrädern geweckt worden sein. Ohne diese Initiative hätten die 4 Münzenberger Grundstücksbesitzer einen Windpark sicherlich nicht auf ihrer Agenda. Es ist aus Sicht des mündigen Bürgers unverantwortlich, das seit Jahrhunderten bestehende geschichtsträchtige Naherholungsgebiet, das aus einem Ensemble zwischen der mittelalterlichen Burg Münzenberg und der intakten Natur besteht, zu zerstören. Umso mehr bin ich über die Eingangsworte des Bürgermeisters Wetz auf der Homepage der Gemeinde Rockenberg sehr verwundert: „Unsere Gemeinde bietet eine ausgezeichnete Infrastruktur mit … , einer intakten Natur …“ Über diese von Bürgermeister Wetz zitierte „intakte Natur“ dürften sich die Münzenberger und Rockenberger Bürgerinnen und Bürger nach der Errichtung des Windparks wohl keine Gedanken mehr machen müssen. Die Planung des Windparks und der in diesem Zusammenhang von den Rockenberger Gremien einkalkulierte Verlust  „einer intakten Natur“ kann nur den wirtschaftlichen Interessen der Gemeinde Rockenberg geschuldet sein. Es scheint sich hier eine neue Form der „Goldgräberstimmung“ aufzutun.  Ich appelliere an die Vernunft und den Verstand insbesondere der Rockenberger Gremien mit Herrn Bürgermeister Wetz an der Spitze, von diesem wahnwitzigen Vorhaben abzulassen. Ich schließe meinen Leserbrief mit der Hoffnung, dass die für den 30.10.2013 anberaumte Bürgerversammlung ein klares Votum gegen dieses Vorhaben abgeben wird.

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